Erfahrungsberichte
Kniend, voller Demut, hat er das Gefühl für die Zeit verloren.
Die Gedanken ziehen immer engere Kreise um dieses wundervolle, anbetungswürdige Wesen in seinem Kopf. Er weiß, wozu sie fähig ist, kennt und genießt ihren Sadismus zu gut.
Diese Göttin ist imstande, die dunkelsten Ecken seiner Seele zu finden und ihn mit sich selbst zu konfrontieren wie niemand sonst. Also erwartet er demütig kniend, ängstlich und unsicher das, was heute kommen mag.
„Schau mich an“, hört er plötzlich direkt vor sich.
Diese Stimme, deren Klang zu hören so vieles verspricht. Ihr Geruch, ihre Präsenz und Energie, die sie umgibt und für ihn körperlich spürbar zu sein scheint.
Wie ihm geheißen, öffnet er die Augen und erblickt eine Göttin. Er spürt nun deutlich all das, was diese außergewöhnliche Frau zu einer anbetungswürdigen Göttin macht. Nur ein Augenblick ihrer Gegenwart macht begreifbar, wofür sich alle Mühe gelohnt hat. Warum er sein Leben nur darauf gewartet hat, dieses wundervolle Wesen anbeten zu dürfen. Ihre Gegenwart ist so ergreifend und erfüllt sein gesamtes Sein mit Hingabe. Eine Hingabe, die sich aus Liebe nährt. Eine Liebe, die reiner, bedingungsloser und unerschütterlicher ist als jedes Gefühl, das er kannte.
Nun kniet er vor seiner Göttin, zitternd, ängstlich, erfüllt von der universellen, alles umfassenden Kraft reiner altruistischer Liebe. Nichts weiter hat er ihr hinzugeben, und so bleiben nur Liebe und die Hoffnung, zu genügen. Er nimmt noch einen Zug der klaren Luft, die seine Göttin mit ihm teilt, und wartet.
Das Summen des Türöffners reißt ihn aus seinen Gedanken. Jetzt sind es nur noch wenige Augenblicke, bis er ihr wahrhaftig gegenüberstehen wird.
Voller Ungeduld rennt er die Treppe nach oben. Genau die Treppe, die er vor wenigen Wochen nach unten stieg. Damals schien ihm jede Stufe zu sagen: „Was machst du? Dreh wieder um …“ Bezeichnend, dass der Weg zur Göttin immer nach oben führt.
Diffuse Angst, Nervosität und unfassbare Vorfreude steigern sich mit jedem Schritt. Erinnerungen an vergangene Begegnungen fliegen wie ein Schwarm Stare durch den Kopf. Erinnerungen an Schmerz, Genuss, Lust, Demut. Wie er ihr ein Wochenende lang als Toilette dienen durfte, wie sie ihm die Luft zum Atmen nahm und wieder schenkte, wie sie ihm diese bittersüßen Schmerzen zufügte und er es ertrug, nur um ihren intensiven Geruch in sich aufnehmen zu dürfen.
Nun, über ein Jahr nach seiner ersten Begegnung mit ihr, besaß er neben all den Erinnerungen auch einen Peniskäfig — viel zu klein natürlich —, den sie ihm auftrug, immer bei sich zu haben, was nicht immer der Situation angemessen ist. Aber das ist eine andere Geschichte.
Er besaß einen Strumpf, der nicht nur ihr Bein berührte, Schuhe, Becher etc. Alles Erinnerungen an Erlebnisse, von denen er nicht zu träumen wagte.
Oben angekommen, öffnet sich die Tür, und vor ihm steht sie. Voller Energie und strahlend schön lächelt sie ihn freundlich an. Ihr perfekter Körper, gehüllt in rote Seide. Sofort wird klar, warum sie Göttin genannt wird. Das wunderschöne Lächeln dieser zierlichen, federleichten Person trägt so viel Macht in sich.
Ihre Stimme reißt ihn aus seinen Träumen und katapultiert ihn ins Hier und Jetzt. Wie eine ihrer Ohrfeigen.
„Komm rein und mach die Tür zu.“
Wir stehen uns einen etwas zu langen Moment gegenüber, und er weiß, was sie nun von ihm erwartet. Also sinkt er auf den Boden und küsst ihre wunderschönen Füße mit der gebotenen Demut. Dass er bis heute nicht verstanden hat, wie er seine Göttin zu begrüßen hat, sieht sie ihm großzügig und geduldig nach.
„Willst du erst noch etwas trinken oder direkt ins Bad?“
„Bitte erst trinken, Göttin“, seine Antwort.
Die Göttin lächelt kurz, befiehlt ihm, den Mund zu öffnen, und spuckt hinein.
„Das sollte reichen. Geh dich waschen. Ich kann deine Angst riechen.“
Wie unangenehm! Beschämt will er aufstehen, um den bereits bekannten Weg ins Bad einzuschlagen. Und als wäre die Situation nicht beschämend genug, wurde ihm geheißen, den Weg auf allen vieren anzutreten. Erniedrigen kann sie!
Die Dusche bietet die Gelegenheit, kurz durchzuschnaufen, das zerbröselte Ego wieder ein bisschen in Form zu bringen, um ihr mit frischem Mut wieder entgegenzutreten.
Es kostet ihn immer noch Überwindung, völlig nackt mit Peniskäfig im Badezimmer auf seine immer perfekt gekleidete und gestylte Göttin zu warten. Ein Bild des Elends!
Doch aus Erfahrung wusste er, dass es besser ist so.
Sie holt ihn ab, ein kurzes Lächeln huscht über ihre Lippen, als sie ihn von oben bis unten mustert, und führt ihn krabbelnd ins Spielzimmer, wo er in einer „Sklavenhaltung“ kurz warten soll. So kniet er da, in der Haltung, die sie ihm beigebracht hat, und wundert sich über ihr feines Gespür für seine verwundbaren Punkte und Peinlichkeiten.
Wieder warten, immer dieses Warten, das ihm und seinen Gedanken viel zu viel Raum gibt, aber auch Raum, um einen festen Entschluss zu fassen. Was auch immer heute passiert, ich bleibe stark für sie! Wie oft hatte er sich genau das vorgenommen. Und genauso oft hat sie dafür gesorgt, dass sich seine Stärke mit nur einem Blick pulverisiert. Doch heute nicht. Ich bin ein starker Mann!
Schritte im Flur. Musik aus dem Lautsprecher. Die Tür fliegt auf. Das Spiel beginnt!
Mit dem Rücken zur Tür hört er seine Göttin, aber sieht nicht, wie sie sich nähert. Ein Griff von hinten, und ein stechender Schmerz fährt in seine Nippel.
„Habe ich dir nicht gesagt, du sollst deine Hände hinter den Kopf halten, wenn ich dir weh tun will?“
„Aber ich wusste doch nicht …“
Ihre flache Hand trifft ihn im Gesicht wie ein Blitz das Kaninchen. Reflexartig versucht er, seine Hände hinter seinem Kopf zu verschränken.
„Nein“, „aber“, „doch“ waren die Worte, die er am besten aus dem Wortschatz streicht. Sie lacht!
Sie zeigt auf den blanken Boden und befiehlt ihm, sich auf den Rücken zu legen. Dort fixiert sie ihn fest mit allen Gliedmaßen, weiter auseinandergespreizt. Nicht ohne ihm immer wieder zufällig mit ihrem Körper gefährlich nahe zu kommen. Zufällig? Nein, diese Frau überlässt nichts dem Zufall. Alles, was passiert, ist planvoll und berechnend. Oder selbst der Zufall gehorcht ihr.
Er liegt da, sein Gesicht nur Zentimeter von diesem begehrenswerten Hintern entfernt, sein Schwanz in einer Rüstung aus Edelstahl. Der Geruch seiner Göttin weckt Erinnerungen an den 1. November des vergangenen Jahres. Es war sein Wunsch, an diesem besonderen Tag bei ihr zu sein.
Vor seinem inneren Auge wiederholt sich die Szene von damals. Wie sie auf dem Sessel direkt vor seiner Nase Platz nimmt, sich intensiv an ihren intimsten und geheimsten Stellen ihres Körpers lustvoll berührt und ihm den Finger unter die Nase hält. Er erinnert sich daran, wie sein Schwanz nach all der Zeit drängte, nun auch berührt zu werden. Wie sie plötzlich aufsteht und sagt, dass es nun Zeit ist zu gehen.
„Oder wolltest du noch etwas?“
Nun, in der Folge erinnert er sich an den intensivsten Orgasmus seiner Karriere.
Und wieder reißt sie ihn jäh aus seinen Träumen. Er spürt ihr Gewicht auf seinem Gesicht. Atmen ist ihm nicht mehr möglich, und er denkt: Heute, ja, heute bin ich stark.
Da liegt er sprichwörtlich zwischen Himmel und Hölle und wünscht sich, sie würde nie wieder aufstehen. So nah und intensiv. Doch sein Körper ringt nach Sauerstoff und gehorcht seinen Wünschen nicht.
Da seine Göttin vorhersehbare Dinge recht schnell langweilen, steht sie zufrieden wieder auf, steckt ihm kurz noch den nackten Fuß in den Mund und geht einfach raus.
„Lauf nicht weg“, lacht sie und schließt die Tür hinter sich.
Noch immer nach Luft ringend, liegt er da, schließt die Augen und versucht, seinen Lungen einen tiefen Atemzug zu gönnen, während seine Gedanken wieder abdriften.
Es war der 2. November, genau einen Tag, nachdem ihn seine Göttin von diesem Ungetüm an Peniskäfig befreite. Er erinnert sich, dass er sie auf einen ganz besonderen Shoppingtrip in der Münchner City begleiten durfte. Sie führte ihn in den faszinierendsten Store, den er je gesehen hatte. Die Räumlichkeiten schienen Lust und Perversion zu atmen. Über mehrere Etagen verteilten sich liebevoll und überaus stilvoll arrangierte Fetischartikel jeder Couleur. Er weiß noch, wie er dastand und staunte. So ein Ort mitten in der Stadt. Wie eine Oase in der Wüste. Irgendwie unwirklich.
Nun, am Ende des Nachmittags waren alle Beteiligten wohl sehr zufrieden. Seine Göttin hatte einige neue Spielzeuge und Outfits, die charmante Betreiberin Umsatz und er? Er hatte einen neuen Peniskäfig — endlich — und so einige blaue Flecken.
In Gedanken spürte er noch seinen geschundenen Hintern auf der stundenlangen Heimfahrt, die noch die ein oder andere Überraschung mitbringen sollte. Da ging die Tür wieder auf, und mitten im Raum stand seine wunderschöne Göttin.
Ihre Anwesenheit brachte sein System in helle Aufregung und wirkte gleichzeitig so beruhigend. Er wusste, wenn sie hier ist, kann nichts passieren. Sie lenkt und führt ihn, den Raum und die Zeit. So wird nichts geschehen, was nicht geschehen soll. Er fängt an, diese Wahrheit zuzulassen, und sein Geist und Körper entspannen sich darin. Bis sie näher tritt.
Was diese Frau mit ihren Händen, Fingern und Nägeln so nebenbei beim Lösen der Fesseln anstellt, wäre allemal genug, um eine eigene Session daraus zu machen.
Er steht auf, reibt sich den Kopf und folgt ihr brav zu dem Bett.
„Stell dich da hin und beuge dich mit dem Oberkörper über das Bett. Ich will noch einige neue Spielzeuge ausprobieren, und wehe, du machst auch nur einen Mucks. Alles, was ich von dir hören will, ist dein Zählen und: Danke, Göttin.“
Und wieder wollte er diesmal stark sein für seine Göttin.
1 — Danke, Göttin.
2 — Danke, Göttin.
3 — Danke, Göttin.
…
18, 18, 18, Danke, danke, danke.
„Sei nicht so ’ne Muschi. 20 schaffst du wohl.“
Danke. Und fünf weitere „Danke“ später waren wir endlich bei 20 angekommen.
Korrekt zählen, dachte er, ist nicht ihre Stärke. Göttin Ruby und ihr kleines schwarzes Biest aus Silikon. Er hasste sich dafür, ihr dieses Ungetüm geschenkt zu haben.
Der Schmerz hatte seine Gedanken gelähmt, ihn im Hier und Jetzt gefangen. Es gibt kein Entkommen. Selbst die Gedanken sind gezwungen, zu bleiben, zu fühlen und zu hoffen. Er hofft, dass sie müde wird. Dass ihr langweilig wird und sie ablässt. Aber nein, dafür müsste er stärker sein. Er ist schwach, und sie scheint genau das zu fordern und zu genießen.
Warum sie dennoch irgendwann und genau rechtzeitig, bevor sie ihn tatsächlich überfordern würde, zur Vernunft kam, konnte er nicht einschätzen. War sie müde, wurde ihr langweilig oder hatte sie einfach Mitleid? Er glaubt, es liegt an ihrem feinen Gespür für ihr Gegenüber. Einfaches Gejammer und Angst von echter Überforderung zu unterscheiden.
Warum auch immer. Es war vorbei.
„Endlich“, denkt er, als sie mit einer kleinen Flasche Öl wiederkommt. Und sich auf das Bett legt.
„Meine Tage sind so anstrengend! Du darfst mich massieren.“
Diese unscheinbare kleine Flasche aus Plastik löst direkt Unbehagen aus. Er braucht eine Weile, um sich zu erinnern. War es nicht genau so eine Flasche? Als er fest fixiert auf dem Gynstuhl saß, seine Göttin ihm den Schwanz mit viel Öl fest und genüsslich massierte? Sein Gedanke damals war: „Das ist einfach zu schön, um wahr zu sein.“ Und genau so war es. Das Brennen setzte langsam ein, aber unnachgiebig. Wieder befand er sich zwischen Himmel und Hölle. Sie sollte nie wieder aufhören, aber …
Nun, dieses Öl hier war ohne Ingwer. Dafür mit Vanille.
Seit er sie zum ersten Mal sah, wollte er nichts anderes, als seine Göttin anzufassen. Diesen perfekten Körper fühlen. Es hatte einige Sessions und eine Menge Angstschweiß gedauert, bis er es durfte. Doch nun war es beinahe ein Ritual, auf das er jedes Mal realistisch hoffen durfte.
Er nahm das Öl und rieb sich die Hände sorgfältig warm, bevor er ihr vorsichtig das Haar zur Seite strich. Ein Moment, der sich jedes Mal in seine Seele brannte. Seine Göttin liegt vor ihm, völlig nackt und entspannt. Er steht da wie gelähmt, überwältigt von dem, was gerade geschieht, und legt seine Hand auf ihren Rücken. Er spürt sie. Ihre Wärme und Energie. Ist voll und ganz bei seiner Göttin und vergisst alles um sich. Es gibt nur noch sie. Sein Körper verliert mit dem ersten Streichen über ihren Rücken an Bedeutung. Nichts tut mehr weh, der Käfig stört nicht mehr. Es gibt nur noch seine Göttin, ihren Körper und ihr Wohlbefinden. Für ihn ist dieser Moment jedes Mal voller Magie.
Aber auch Momente mit Magie gehen vorüber, und nach etwa zwei Stunden fällt ihm sein Käfig wieder ein und dass seine Göttin den einzigen Schlüssel irgendwo hingelegt hatte. Der Zweitschlüssel war schon länger irgendwo verschollen. Was als diffus unangenehm begann, wuchs langsam zu leichter Panik heran. Ob sie noch weiß, wo der Schlüssel ist, zwischen all den Utensilien?
Er versucht, den Gedanken einfach zu verdrängen und die Situation zu genießen. Doch der Gedanke lässt ihn nicht los. Da fällt ihm ein, wie er einmal seine Göttin zum Zug gebracht hatte. Seinen Schlüssel trug sie bis zum letzten Moment um den Hals. Erst als sie schon eingestiegen war und er auf dem Bahnsteig stand, hatte sie Erbarmen, nahm den Schlüssel schnell vom Hals, reichte ihn ihrem Sklaven durch die offene Tür des Waggons und ließ ihn fallen. Ups, so was passiert nun mal. Er erinnert sich an den Schreck und wie er den Schlüssel in Zeitlupe fallen sah. Bitte, bitte nicht aufs Gleisbett.
So steht er da, seine Hände berühren den Körper einer Göttin, und betrachtet sie dabei in dem riesigen Spiegel. Er möchte dieses Bild festhalten und immer bei sich tragen, als Beweis für seine Erinnerungen. Sie muss bemerkt haben, dass er einen Moment abgelenkt war.
„Massierst du mich? Ernsthaft? Das kitzelt höchstens. Gib dir Mühe!“
Kitzeln? Da war doch was.
Es war der Tag, an dem er nach Hause kam, sich nackt im Spiegel betrachtete und sich fragte, mit welcher Raubkatze er gekämpft hatte. Ja, so sieht man aus, wenn eine Göttin es als verdiente Strafe betrachtet, einmal ordentlich gekitzelt zu werden.
Als Online-Sklave hatte er sich einen Fauxpas erlaubt, den sie nicht vergessen hatte. So erinnert er sich gut und sicher auf dem Bock fixiert zu warten. Eine Pose, die regelmäßig dafür sorgte, sein letztes Fünkchen Stolz zu zerstäuben. Je länger er darauf lag, desto mehr Zeit blieb, sich seiner lächerlich anmutenden Pose bewusst zu werden. Unangenehm!
Er fing gerade an, sich zu fragen, ob seine Göttin wusste, was sie in ihm auslöste durch die peinliche Positionierung, oder ob sie mittlerweile „betriebsblind“ dafür geworden war. Er entschied sich für Letzteres, da spürte er etwas Spitzes, Hartes an der fixierten Fußsohle. Was war das denn? Noch bevor er verstand, was gerade passiert, hatte seine Göttin wirklich jede Stelle seines Körpers mit ihren Nägeln auf Kitzeligkeit überprüft.
„Schatzi?“
„Ja?“
„Willst du mich noch mal so nennen?“
Verdammt! Jetzt verstand er, wem oder was er die nächsten Minuten zu verdanken hatte. Er hasste es, und sie schien es zu wissen, ohne es jemals probiert zu haben. Er war jedes Mal dankbar, wenn sie entschied, irgendwelche Hilfsmittel zum Kitzeln einzusetzen. Alles, wirklich alles war ihm lieber als ihre Hände und Fingernägel. Er verstand, was unter „Kitzelfolter“ zu verstehen war. Gibt es einen entwürdigenderen Anblick als einen erwachsenen Mann, der nackt mit dem haarigen Hintern in der Höhe über einem Bock liegt, lacht, bettelt und jammert und dabei jede Kontrolle über sich und seinen Körper verliert? Bis heute kann er seine Strafe seelisch und körperlich nachfühlen.
„Schatzi“ kommt seitdem in seinem Wortschatz nicht mehr vor.
Okay, okay, fester massieren. Also: Fokus, Fokus, Fokus. Als Nächstes wird er sich ihrer Waden annehmen. Darauf freute er sich, denn er wusste: Hier ist die Göttin empfindlich. Und so war es auch.
„Ahhhhh, wirst du wohl aufpassen?! Idiot!“
„Ja, Göttin! Entschuldigung.“
Immer wieder lustig. Er wusste, dass sie in einem deutlich definierten, respektvollen Rahmen gerne und authentisch mit ihm lacht. Nun, lieber über ihn als mit ihm.
Ihre Gabe, über sich selbst und Situationen zu lachen, ohne auch nur einen Funken ihrer Autorität und Göttlichkeit einzubüßen, macht sie zu einer besonderen Domina. Sie spielt ihren Sklaven und Gästen nichts vor. In keiner Sekunde lässt sie sich verunsichern oder Zweifel an ihrer Stellung aufkommen. Niemals könnte die Situation aufkommen, an der die Positionen verschwimmen oder verrutschen. Ihre Autorität, ihre Stellung, ihr Platz sind völlig natürlich und aus ihrem Innersten vorgegeben. Nicht übergestülpt, sondern immer da. Ihre Souveränität gibt ihm Sicherheit. Egal, was passiert, seine Göttin bleibt seine Göttin.
An ihren empfindlichen Waden konnte er sich erlauben, mit den Gedanken abzuschweifen und seine Massage ein bisschen weniger kräftig zu machen. Zweimal zu fest sollte er sich ohnehin besser nicht erlauben.
So streift sein Blick durch das stilvoll, atmosphärisch eingerichtete Zimmer und bleibt an einem kleinen grauen Plastikkästchen inmitten der ganzen Utensilien hängen. Strom! Ja, genau. Das war das unscheinbare Gerät. Es musste Monate her sein, doch beim Anblick dieses unscheinbaren kleinen Geräts schossen ihm sofort Erinnerungen in den Kopf. Hatte er sich gerade noch fröhlich in Sicherheit gewogen, wurde ihm nun doch mulmig.
Fest am Boden fixiert, bis auf Klebeelektroden völlig nackt, diese Traumfrau vor Augen. Er spürt es noch, als wäre es gerade erst passiert. Die Stromschläge an seinen empfindlichsten Stellen. Erst schwach, dann immer stärker, bis die Göttin exakt den Punkt gefunden hat, an dem der Schmerz gerade noch auszuhalten war. Schwer zu beschreiben, nicht stechend, nicht brennend, eine ganz eigene Art von Schmerz. Die Stromstöße kommen und gehen in einem unnachgiebigen, mechanischen Rhythmus. Sehr unangenehm oder sehr geil, je nachdem.
Da lag er nun am Boden, relativ verzweifelt ob seiner misslichen Lage, und überlegte, wie er seine Göttin am schnellsten dazu bewegen könnte, das Gerät auszuschalten. Doch noch bevor ihm auch nur eine brauchbare Idee in den Sinn kam, hört er:
„Ach, ich muss doch noch dringend etwas erledigen. Es macht dir doch nichts aus, hier auf mich zu warten.“
Schritte, und weg war sie.
Für mich war die letzte Hoffnung, dass die Batterien den Geist aufgeben. Ganz allein, fixiert, Stromschläge etwa alle zehn Sekunden und ahnungslos, wann seine sadistische Göttin wieder zurückkommt und ihn erlöst. Schwer zu beschreiben, was solche Momente in ihm auslösen.
Natürlich kam sie recht bald wieder zurück. In Wirklichkeit war sie nicht weg, sondern sie war immer da, während ich am Boden immer mehr versuchte, mich durch Verrenkungen aus meiner Lage zu befreien.
Sie muss gemerkt haben, dass seine Grenzen diesbezüglich immer näher rückten, denn nun schnappte Ruby sich das Gerät und sagte lieblich:
„Ich sehe ja, wie viel Spaß du hast, aber leider muss ich dir dein Spielzeug jetzt ausmachen. Zu viel davon ist auch nicht gut für dich.“
Sie dreht am Regler, und ich — innerlich schon entspannt — habe das Gefühl, ein Blitz schlägt mir in die Eier.
„Upsi, falsche Richtung.“
Und nun sitze ich hier zuhause und kann immer noch nicht richtig glauben, was heute Abend passiert ist. Wieder liegt ein Locktober gerade hinter mir, genau wie die letzte Session heute Abend. Ich hatte mir einen Orgasmus gewünscht. Sonst nichts. Bekommen habe ich viel mehr. Davon erzählen meine schmerzenden Nippel, die kribbeligen Fußsohlen, rot-blaue Flecken an den Beinen und meine bunt gefärbte, geschwollene „Schildkröte“.
Ja, Schildkröte. Eines Tages beschloss meine Göttin, den kleinen Kumpel Schildkröte zu nennen. Ich erinnere mich bruchstückhaft, wie ich komplett fixiert auf diesem Stuhl sitze. Nichts als den Käfig am Leib, und dieser Traum von Frau steht vor mir und zieht ihr Kleid aus. Nach vier Wochen Keuschheit merke ich ihre Wirkung auf mich und die Schildkröte sofort. Wie schön sie ist. Wie sie sich bewegt. Voller Staunen und Ehrfurcht starre ich sie an und bin einfach nur dankbar für diesen Moment.
Noch bevor ich das verarbeiten konnte, sitzt die Augenmaske und der Knebel im Gesicht. Es raschelt und klimpert. Im nächsten Moment schmerzen die Nippel. Wieder raschelt es von irgendwoher. Jetzt spüre ich Klebeelektroden, durch die schmerzhaft Strom fließt, an den Innenschenkeln. Anscheinend war sie zufrieden, denn nun spüre ich ihre berühmte Massagepistole auf meinem Käfig.
So sitze ich völlig überreizt auf dem Stuhl, und mich überkommt das starke Bedürfnis, einfach ihre Füße zu küssen. Nachdem sie mir fröhlich erst gezielte Hiebe auf die Fußsohlen verabreichte und natürlich nicht versäumte, dieselben einmal kräftig durchzukitzeln, nahm mir meine Göttin endlich den Käfig ab und befreite Schildkröte. Ich konnte meine Freude nicht verbergen, und ein breites Grinsen machte sich auf meinem Gesicht bemerkbar.
Augenbinde ab, und jetzt sehe ich sie. Wunderschön, nur hauchzarte Dessous am Körper. Da fällt mir ein Detail in ihren Händen auf, das meinen Gesichtsausdruck von Freude und Erleichterung direkt in bloße Angst verwandelt haben muss. Ihr aktuelles Lieblingsspielzeug. Ein etwa 110 cm langes schwarzes Biest aus Leder. Die Peitsche.
Ich war noch nicht fertig damit, mich über meine eigene Dummheit zu ärgern, da bekomme ich sie zu spüren. Die Peitsche. Ich muss zugeben, dass ihre Trefferquote mittlerweile durchaus beeindruckend ist. Mein Schwanz aka Schildkröte ist nun wirklich recht leicht zu verfehlen, trotzdem wurde er mit jedem Treffer größer und leuchtender. Was auch meiner Göttin freudig auffiel.
Was ist schlimmer? Der Schmerz oder die Angst davor? Ich weiß es nicht.
Aber meine Göttin hatte heute Mitleid und löste die Fixierungen, Elektroden und Klemmen, wies mich an, mich rücklings auf das Bett zu legen.
Plötzlich stand sie über und auf mir. Wie soll ich das, was nun folgt, beschreiben? Ich kann es selbst noch nicht glauben. Ihr Champagner, ihr Geruch, ihre Erlaubnis, sie und auch mich anzufassen. So treffsicher sie mit der Peitsche umgeht, tut sie es auch mit Sehnsüchten und Begierden.
„Darf ich?“
„Komm.“
Ihre besondere Gabe, mit nur einem Wort alles zu verändern.
„Komm.“
Einfach so. Endlich!
Wenige Minuten war ich der glücklichste Mann, den man sich vorstellen kann. Mir fällt einer ihrer Sätze ein:
„Ja, meine Muschi, die kann schon was.“
In der Tat!
Für die Herrin durch die Waschanlage
Keine besonders gute Idee. Das war mir in dem Moment klar, als ihre Antwort kam: '10 Uhr am ersten Arbeitstag
nach dem Urlaub? Das ist nicht gerade das, was mich fröhlich stimmt. Geht es nicht auch einen Tag später?’. Ich
schätze an Ruby, dass sie ihr Herz auf der Zunge trägt. Da weiß der Sub doch gleich, woran er ist und braucht
sich später über Befindlichkeiten nicht zu wundern. Bloß: Einen Tag später ging bei mir einfach nicht. Einige Zeit
darauf die erlösende Nachricht: Sie würde sich mir zuliebe zu früher Stunde in München auf den Weg machen.
Ihr Wunsch, sie am Bahnhof abzuholen und zum Studio zu fahren, passte ideal in meinen Tagesplan. Schnell
noch in die Waschanlage, Polster gesaugt, Fenster geledert, um ja keinen schlechten Eindruck zu hinterlassen.
Mit einer waschechten Domina auf dem Beifahrersitz quer durch Nürnberg zu fahren, hatte ich auch noch nie. Der
Gedanke, was wohl werden würde, löste in meinem Gehirn eine Fehlzündung nach der anderen aus. Wie immer
hatte sie es geschafft, mich lange vor dem eigentlichen Treffen auf ihre Planetenbahn zu zwingen.
SIE erscheint
8:32 Uhr. Der ICE rollte pünktlich ein. Ich wollte sie direkt an der Waggontür in Empfang nehmen. Wenn schon,
denn schon, dachte ich mir. Im Grunde begann die eigentliche Session damit nicht im Studio, sondern am
Bahnsteig - kleine Reminiszenz an Edmund Stoiber. Madame Ruby hatte sich kurz vorher auf Gleis 6 im Wagen
36 angekündigt. Super Zahlenkombi, schoss mir durch den Kopf: Doppelsechs hoch drei. Kaum aus dem Zug
gestiegen, wurde deutlich: An dieser Frau ist immer alles gleichzeitig: Da steht die Businesslady mit ihrem 30 kg
schweren Equipment auf dem Bahnsteig und es könnte sich eins zu eins um Meryl Streep handeln, die in ‚Der
Teufel trägt Prada’ in traumhaftem Outfit, Sonnenbrille, riesiger Handtasche und Handy in der Hand umher blickt,
ob nicht endlich ihre Assistentin Anna Hathaway auftaucht, ihr das Gepäck abnimmt, Termine checkt, Kaffee
dabei hat und die nächsten Kommandos entgegen nimmt. In diesem Fall lieferte ich das bestellte Heißgetränk,
dazu einiges an Gebäck. Ein kurzer Blick auf die Auswahl führte zu einem prompten 'Das reicht nicht für zwei
Studiotage.“ Also nochmal rein in die Bahnhofshalle. Den Koffer wuchtete ich irgendwie die Treppen hinunter und
dachte mir: "Was hat sie da nur drinnen?“. Vor meinem geistigen Auge erschienen schwere Kettenglieder,
Hodengewichte, Elektrospielzeuge, Overknees mit Eisenbeschlägen; kurzum alles, was der Sklave halt so
braucht. Beim Bäcker angekommen, überreichte sie mir ihre Handtasche zum Halten. Mich wunderte gar nichts
mehr. Das waren mindestens noch einmal knappe 4 Kilogramm und sofort schoss mir Mario Barth durch den
Kopf, der in seinen Shows gerne die unendlichen Weiten der Frauenhandtasche bespricht. Meinen Kommentar
schluckte ich runter, um mir eine Abfuhr über den angestaubten Humor der Boomergeneration zu ersparen.
Madame ergänzte ihr Essenssortiment und ab ging es ins geparkte Auto hinter dem Bahnhof. Die Fahrt ins Studio
mit Ruby June an der Seite war ein einziger Hochgenuss und das zarte Parfüm, das sie trug, hätte ich im
Fahrgastraum gerne länger konserviert. Im Studio angekommen trug ich den Koffer nach oben, parkte das Auto,
wurde an der Studiotür in Empfang genommen und im kleinen Folterraum geparkt. Die Herrin begab sich in die
Maske.
Augen auf beim Catwalk
Zauberhaft gestylt holte sie mich ab, um mich zu meiner eigenen Verwandlung ins Bad zu begleiten. Ganz
ungewohnt in hohen Pumps, die vorne spitz zuliefen. Keine Plateaus. Eine Unterbrustkorsage gewährte freien
Blick auf ihre wundervollen 75 B - Exemplare, das übliche Nichts mit diversen Bändern zierte ihren Unterleib,
schöne, halterlose Strümpfe und ein durchsichtiger Spitzenkimono rundeten das rubinrote Ensemble ab. Wie sie
so dahin schritt, fielen die Augen des Gefolgsmanns zwangsläufig in die Ritze Ihres kaum verhüllten Hinterns.
Wenig später der gleiche Weg zurück ins Spielzimmer mit ähnlichem Resultat: Der Blick wich nicht von ihren
Pobacken.
15 DEN
Im Behandlungszimmer angekommen wurde ich aufgefordert, mich in die richtige Position zu begeben, ehe sie
noch einmal kurz vor die Türe trat und ich Zeit hatte, mich zu sammeln. Musik setzte ein. Ich hörte ihre Schritte
draußen am Gang. Was für ein Genuss, sie auf Knien in gebückter Haltung empfangen zu dürfen. Meine Lippen
wanderten je einmal rund um das Schuhwerk, mit zaghaften Hautkontakten zu den 15-DEN-Nylons. Wundervolle
Augenblicke für einen Fußfetischisten, die viel zu schnell vergingen.
YouTube für Versager
Ich sollte mich nach der obligatorischen Ehrerbietung hinstellen und merkte erst jetzt, dass sie eine Apparatur
mitgebracht hatte, die ich ‚Sklavenhandschuh‘ nennen würde. Ich beschreibe die Konstruktion am besten so: Ein
beidseitig ausgeprägter Metallkäfig für die Hände, in dem jedes Fingerglied separat mittels eines
Schraubgewindes fixiert werden konnte. In dieser Haltung kam Mann sich vor wie beim Vater-Unser-Gebet in der
Kirche. Ruby grinste, legte sich lasziv mit gespreizten Beinen und kimonoverhangenem Allerheiligsten auf das
Bett und forderte honigsüß dazu auf, ihr die Schuhe auszuziehen. Die folgende Prozedur wäre auf YouTube viral
gegangen: Sich blöder anzustellen, war nicht möglich. Mal glitt der Absatz durch die Finger, mal kippte der Schuh
zur Seite. Das Drama erinnerte sehr an einen Pinguin beim Häkeln. Meine Herrin gurgelte amüsiert vor sich hin
und feuerte mich an. Nach einer gefühlten Ewigkeit standen die Schuhe endlich in Reih‘ und Glied vor dem Bett.
Als sie nach diesem entwürdigenden Schauspiel aufstand, fiel ihr Kimono wie zufällig auf den Boden. ‚Würdest
Du den bitte zurück aufs Bett legen‘, ordnete sie an. Ich bemühe diesmal den Vergleich mit einem Bären, der
Origami faltet, ehe das Kleidungsstück wieder an gewünschtem Ort lag. Glucksen von nebenan.
Die Elektrikerin rückt an
‚Na dann leg Dich mal hin, damit ich Dich ordentlich verdrahten kann’. Das geliebte eStim-Gerät wurde
ausgepackt, angeschlossen und in Betrieb gesetzt. Ein Grundbrummen setzte ein. Bei mir erzeugt der
Elektrodenfluss in niedriger Stärke immer ein Gefühl, wie wenn vier Ultraschallzahnbürsten gleichzeitig am
Hodensack scheuern. Oben an den Nippeln würde ich diesen Vergleich wählen: Einsetzende Betäubung nach
Zahnarztspritze. Allerdings nicht eine Injektion, sondern hundert. Ich kann es auch nicht ändern: Schmerzen in
Maßen bereiten mir einfach Freude.
Folter im Kerker
Nach passgenauer Stromjustage brachte sie mich in die Vertikale und schubste mich auf den Gang. Premiere.
Keine Ahnung, wie oft ich schon in der Passionfactory war, aber als Ruby links vom großen Ballsaal den Vorhang
beiseite schob, nahm ich ihn zum ersten Mal überhaupt wahr: Den kleinen, aber feinen Kerkerraum. Mit Liege.
‚Da rauf’, befahl sie mir. ‚Aber bitte leise, damit wir die anderen Gäste nicht stören’. Erst jetzt wurde mir bewusst,
auf was sie es heute anlegte: Folter im halböffentlichen Raum. Und genau das trat ein. Ich weiß nicht, wie oft ich
unter ihrem Hintern lag, wenn sich irgendwo eine Tür öffnete und Ihre Kolleginnen mit energischen Schritten auf
ihren Absätzen von A nach B hämmerten. Keine Ahnung, wieviele meiner Kollegen vor mir schon hier lagen und
genau das erlebten, was mir gerade widerfuhr. Das Kopfkino, das Ruby kreierte, spornte zusätzlich an: Wem ich
alles als Tagestoilette dienen würde, welche speziellen Bodenpflegearbeiten ich verrichten müsste, was echtes
Recycling von Sklavensperma bedeutet usw. Jede einzelne ihrer Vorstellungen bekräftigte sie mit einem
Sklavenkuss.
Ausstellungsstück - Ausstellungsglück
Plötzlich eine andere, mir vollkommen unbekannte Stimme. Während Rubys verbalem Furor hatte sich eine
Kollegin in den Raum gemogelt. Lady Zoey, wie ich später erfuhr. Ich musste mir nun von einer völlig fremden
Frau anhören, was für ein jämmerliches Schauspiel ich abgeben würde. Und ob die unwürdige Angelegenheit
nicht auch ein bisschen leiser ginge. Was Ruby sogleich mit einem dämpfenden Sit-in in die Tat umsetzte. Auf
meinem Gesicht. Wie lange die Beiden dieses böse Spiel mit mir trieben, kann ich nicht sagen. Irgendwann war
Zoey jedenfalls weg. Ruby regelte rauf. Die Impulse von unten hatten nun die Intensität eines Schlagbohrers und
als ich kurz vorm Explodieren war, auf einmal eine weitere, jedoch wohl bekannte Stimme: Uma!!! Das kann doch
gar nicht sein. Uma Sadote war zwar für diesen Tag angekündigt, niemals jedoch hätte ich sie zu dieser
unchristlichen Stunde erwartet. ‚Na wen haben wir denn da?‘, hob sie an. Im Anschluss - und das erlebt Mann
wirklich nur im Dominastudio - entwickelte sich ein kleiner, aber feiner Dialog, der üblicherweise eher im Café bei
einer zufälligen Begegnung stattfindet. Der Unterschied ist halt der, dass du völlig nackt und schweißgebadet mit
Strom an Deinem Steifen auf dem Gang eines Dominastudios liegst und auf Deinem Kopf ein weiblicher Hintern
sitzt. HERRLICH! Während ich maximal hyperventilierte, unterhielten sich die beiden noch ein Weilchen, ehe
Uma weiterhin gutes Gelingen wünschte und von dannen zog.
Ich komme gleich zum Ende: Es gelang!
Erwähnen möchte ich noch, dass die Akkuladung des rubyanischen E-Gerätes diesmal vor mir zu Ende war. Die
durch die Batterie ausgelöste Bewegungsenergie kompensierte locker die fehlende sportliche Fahrradaktivität an
diesem bemerkenswerten Tag. Vielen Dank an RUBY JUNE!
Bolero - Sehnsucht
Seit Monaten durchlöcherte ein bizarrer Gedanke mein Triebzentrum: Die Löwin unter den Dominas und meine rubinrote Göttin gemeinsam im großen Vernehmungssaal der Passion Factory. Inszenierung des Theaterstücks ‚Inquisition 2.0‘. Absurd - eigentlich. Die letzte Duo-Session war schon ein Weilchen her und - ganz ehrlich - mit fortschreitendem Alter hält Mann lieber an Gewohntem fest, als sich in neue Abenteuer zu stürzen. Nun ist Ruby einem Abenteuer niemals abgeneigt , das glatte Gegenteil von ‚alt, weiß, männlich’ und seit über einem Jahr meine Dauerinspiration in Sachen BDSM. Meine Nachfrage bei ihr traf fast erwartbar auf fruchtbaren Boden: Klar würde sie das machen. Elektra wäre ihr persönlich bekannt. Es sei halt nur so, dass die gewünschte Konstellation selten eintreffen würde: Beide zum gleichen Tag an gleichem Ort.
Im Wochenrhythmus studierte ich fortan die Tourdaten der beiden Mistresses und es schien so, als würde sich die Unvereinbarkeit der Elemente Wasser und Feuer im Dominaorbit fortsetzen: Kein gemeinsamer Auftritt der blauen Löwin (misselektra.com) und der roten Göttin (ruby-june.de). Ich dachte mir frustriert: Da haben beide den gleichen Webdesigner und trotzdem kommen sie nie zusammen.
Paso Doble - Blick nach vorne
Urplötzlich: 13. März. Elektra eingebucht. Ruby eingebucht. Hirnanhangdrüsen-Daueralarm. Zu schön, um wahr zu sein: Auch noch an einem Freitag. Daran hatte ich nur beste Erinnerungen (https://www.dominaforum.net/forum/bi-sklave-t68442.html). Nichts wie hin zum Smartphone, Anfrage an Miss June. Keine Stunde später: Ja, das klappt, sie hätte sich mit Elektra bereits abgesprochen, die Sache würde laufen.
Es begann der übliche Marathon in Sachen Geduld: Während die Tage zäh dahin flossen, trieften die Nächte in fiebriger Erwartung dessen, was auf mich zukommen würde. Fast sechs Wochen zogen so durch’s Land und die Dunkelheit dieses merkwürdigen Winters 2026 machte das Warten nicht leichter. Mehrere Nachrichten wechselten im Vorfeld hin und her. Als etablierter Bestfans-Abonnent meiner Göttin (www.bestfans.com/ruby-june) waren ihre Anregungen dort eine wunderbare Wartezeitüberbrückung. Als sich der Uhrzeiger schließlich doch auf Freitag, den 13ten quälte, hielt ich es fast nicht mehr aus.
Cha-cha-cha - SIE kommt zum Vorschein
Elektra öffnete. Vielmehr, sie trat ins Scheinwerferlicht. Es schob sich eine Energiewolke ins Treppenhaus, die mich von diesem Moment an in Beschlag nahm und mich während des gesamten Aufenthalts im Studio nicht mehr los ließ. Wir Trekkies der Boomer-Generation kennen das ja: Wenn Captain James T. Kirk in den Bann eines höheren Wesens gerät und dessen Charme verfällt. Genau so nahmen Elektras Elektronen Besitz von mir. Ich werde sie eines Tages fragen, wer auf die Idee dieses Künstlernamens kam. Was für eine Hammerfrau stand da vor mir? Gut 1,70 cm Bruttogröße (mit High Heels), karibischer Teint, perfekt geschminkt. Dunkle Röntgenaugen. Ein Gesicht ohne jeden Makel. Zähne, die so blitzten und strahlten, dass meine Brustwarzen sofort in ihren Mund springen wollten. Geflochtene Haare, blau gefärbt bis hinab zu ihrem Po. Feminine und athletische Erhabenheit in Vollendung. Sie begrüßte mich freundlich. Ich zerfloss. Wenn mich etwas völlig aus dem Konzept bringt, ist das eine Stimme, die ich so nicht erwartet hätte. Auf ihrem Insta-Channel (https://www.instagram.com/miss.elektra.munchen/ ) gibt es eine Menge traumhafter Bilder, jedoch kein Tondokument von ihr. Schade: Denn ihr leichter, spanischer Akzent verleiht ihr eine Einzigartigkeit, die sich ins Gedächtnis brennt. Wenn sie Dich später in der Session fragt, ob ihr Kaffee so wurzig (kein Tippfehler) wie angekündigt geschmeckt hat, vergisst du diesen Augenblick nie wieder. Kurzum: Überwältigend. Wie bei James T. Kirk. Der wusste auch nicht, wie ihm geschah.
Salsa - hinein ins Abenteuer
Wir gingen ins große Verhörzimmer, setzten uns an den Konferenztisch und plauderten ein wenig. Ruby trat ein. Ein Moment, wie gemacht für eine Superzeitlupe: Miss Elektra neben Miss June. Eine kühle Cola dimmte die Betriebstemperatur. Ich packte meine Mitbringsel aus. Vier Bäckertüten mit Frühstücksware für die beiden Schönheiten. Elektra blickte höchst erfreut und meinte anerkennend zur Kollegin: ‚Wow! Den hast du ja gut erzogen!‘. Ruby nickte und schaute sehr zufrieden. Bei der Präsentation der Hasenschnitte aus dem süßen Sortiment zauberte ich ihr ein zusätzliches Lächeln ins Gesicht: ‚Ostern kommt - da müssen wir Eier färben‘. Ich dachte an die Bilder, die sie vor genau einem Jahr im Netz veröffentlicht hatte: Ein blau gefärbtes Osterei, penetriert mit Ihrem Stilettoabsatz, die Schale kurz vorm Bersten. Wie wenn sie meine Gedanken erraten hätte, kam sofort: ‚Keine Ostereier, Du Dummerchen - Deine!‘. Gelächter in der Runde.
Es ging ins Bad und mit Ruby wieder zurück: Versehen mit einer blickdichten Augenbinde durfte ich mich an die Hüften meiner Göttin klammern und ihr im Gleichschritt folgen. Erheiterung bei Elektra, als wir ankamen. Lag wohl am passenden Ostermotiv: Vorne die Hirtin, hinten das Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird. Um ihr Opfer zu beruhigen, schmiegte sich die Schlächterin an mich, meinte aufreizend, sie hätte sich ausgezogen, fuhr mit ihren Armen von hinten an mein Gemächt und sofort stellte sich das gewünschte Resultat ein. Mein üblicher Tremor setzte ein.
Rumba - Emotion
Derart erregt wurde ich in den Netzkäfig mit Flaschenzug geschnürt: Ein Kettenkonstrukt, das sich beim Hochziehen verengt und wie ein Korsett um den Körper liegt. Atemberaubend, im wahrsten Sinne des Wortes. Während ich bewegungsunfähig und blind einen Meter über dem Boden schwebte, waren alle Stellen meines Körpers frei zugänglich. Gemäß dem Motto der Session ‚Inquisition 2.0’ begann Elektra mit elektrischer Unterstützung, mir Geständnisse zu entlocken. Ich sollte meine geheimsten Phantasien preisgeben. Es ist immer wieder faszinierend, was eine 9-Volt-Blockbatterie anrichten kann, wenn sie, an den richtigen Stellen positioniert, ihre Wirkung entfacht. Sicherheitshalber gab sie mir noch auf den Weg, dass ihr übliches Safewort, ein dreimal hintereinander ausgesprochenes ‚Gnade’, wirkungslos sei, weil, Zitat ‚Gnade heute frei hätte’. Ihre schadenfrohe Lache bekräftigte dieses Statement mehr als überzeugend. Inmitten meines Zuckens - Elektra: ‚Wir haben hier einen echten Zappelphilipp‘ - wurde mir die Augenbinde abgenommen. Du schaust, an der Zimmerdecke hängend, auf zwei belustigte Frauen, die dir eine Gemeinheit nach der anderen zufügen, deren Schönheit dich aber so fesselt, dass die Lust nicht weicht. In diesem toxischen Gleichgewicht weiten sich die Schmerzgrenzen des Delinquenten konsequent.
Tango - Spannung
Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde ich ‚entkerkert‘. Die Dominas führten mich behutsam aufs Bett. Dort wartete bereits wieder eine Fixierung auf mich: Über die Bettlänge verteilt lagen sieben Riemen, die meinen Körper nun nicht in Metall schnürten, sondern in Leder. Das Resultat unterschied sich in nichts. Die intimen Körperregionen wurden erneut verdrahtet und elektrische Impulse eingeleitet. Ruby ging irgendwann mein stetes Hecheln auf die Nerven. Kurzerhand setzte sie sich auf mein Gesicht und freute sich, dass die lästigen Geräusche jäh verstummten. In mir verstummte auch etwas anderes, nämlich meine Atmung. Das folgende Wechselspiel, am besten betitelt mit ‚Red air - green air‘, ist eine besonders perfide Spielart meiner roten Göttin, und sie treibt mir damit immer derart viel Schweiß aus dem Körper, dass Elektra offensichtlich Mitleid bekam. ‚Oh, ich sehe, Du brauchst einen Schluck zu trinken, nicht wahr?‘. Sprach’s, und tauschte mit Ruby die Position. Was sich nun über mir entlud, forderte meine gesamte Aufmerksamkeit. Ich verweise an dieser Stelle auf den oben erwähnten, einprägsamen spanischen Akzent der blauen Löwin, als sie mich fragte, ob ihr Kaffee die richtige Würze hätte. Wenn das ‚ü‘ eher zum ‚u‘ wird, wird das würzige Substrat richtig charmant und lässt sich leichter schlucken.
Foxtrott - Gleichklang
Es ging nun dem Höhepunkt entgegen. Elektra nahm mir oben den Atem, Ruby bediente unten die Regler. Rot und blau beherrschten mein Leben. Ich sah oben nur noch zartbraune Haut, ich spürte unten nur noch pulsierende Stöße. Dazu das karibische Kommando, ich müsse doch allmählich wissen, wo Mund und Nase zu sitzen hätten. Eine besondere Zugabe gewährte mir Elektra, als die Lunge dem anspruchsvollen Takt ihres Traumpo’s nicht mehr gewachsen war: Breathplay, wechselweise in ihrer bestrumpften Kniekehle und zwischen ihren schönen Brüsten. Ultraerregend.
Die Damen hatten nach weiteren, endlosen Minuten ein Einsehen und rückten mit schwerem Gerät an. Rubys Massagepistole war mir ja bestens vertraut, aber Elektras Instrument setzte noch eins oben drauf: Es handelte sich um einen XXL-Massagestab mit oben aufgesetztem Silikonkäfig. Das Spiel ging so: Im Käfig hing das Corpus delicti und wurde mit vertikalen Vibrationen aufgepimt. Im Schritt hämmerte die rubysche Massagepistole horizontal und traktierte die Testikel. Irgendwo dazwischen klebten die Pads und gaben Elektronen ab. Besonders abartig: Während ich in den Wahnsinn abdriftete, unterhielten sich die beiden Maschinenführerinnen fachfrauisch über die Vor- und Nachteile der Apparate. Wieder einmal ein klarer Hinweis, wie die Arbeitswelt gerettet werden kann: Umkehr des Gender-pay-gaps: Während der Mann seinen Trieben erliegt, analysieren die Frauen die Versuchsanordnung.
Leider kam ich am Ende der Aufforderung nicht nach, Bescheid zu geben, wenn ich so weit wäre. Die Umstände ließen es einfach nicht zu, und so ergoß ich mich unkoordiniert in die Gegend. Meine Herrinnen nahmen dies unerwartet gelassen hin.
Habanera - Sinnlichkeit und Ausblick
Was nach der DNA-Abgabe mit mir passiert, ist schwer zu beschreiben. Ein Beben, ein stechender Lustschmerz rollt minutenlang durch meinen gesamten Organismus und führt zu einem einzigen Krampf. Ich könnte heulen und lachen zugleich. Für meine Umgebung besteht in diesen Augenblicken die größte Gefahr von blauen Flecken, weil ich mich in jeden sich bietenden Arm oder in jedes verfügbare Bein kralle. Elektra und Ruby stellten generös ihre Extremitäten zur Verfügung und nach einer Zeit der Regeneration kam es zu einer Art ‚Gruppenkuscheln’.
Ich durfte aufwachen und den Worten dieser beiden Schönheiten lauschen. Geduscht und gereinigt freute sich Elektra im Nachgespräch auf das mitgebrachte Vollkornkäsebrot, Ruby verzehrte eine Spinatschnecke und ich leerte eine weitere Cola, ehe mich die Löwin unter den Dominas an der Studiotür herzlich verabschiedete.
Ich weiß heute schon: Es wird eine Wiederholung geben, wenn die Planetenkonstellation ‚Rote Göttin‘ mit Aszendent ‚Blaue Löwin‘ erneut eintrifft.
Ich habe mich immer mal wieder gefragt, wann und wo sich meine Vorliebe für starke Frauen ausgeprägt hat. Fündig geworden bin ich in den Tiefen der Jugend: Damals, als die halbe, verpickelte Burschenschaft verdruckst zu den Schulhofschönheiten hinüber geschielt hat, in der Hoffnung, sie würde erhört. Was natürlich nicht der Fall war, denn die Schulhofschönheiten interessierten sich in erster Linie für die Alpha-Männer, die bereits motorisiert anreisten und das tiefe Tal der Pubertät durchschritten hatten. Wie sehr zehrte man davon, wenn völlig unverhofft das ein oder andere Lächeln, sehr selten sogar ein frivoler Satz im Auge oder Ohr des Heranwachsenden hängen blieb. Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger reichte dann im Nachgang eine leicht bekleidete Rockröhre in der BRAVO oder im Idealfall ein Centerfold im PLAYBOY, den hitzigen Wallungen im geschützten Raum der Bettdecke Freiraum zu verschaffen.
Und ewig lockt das Weib: Das weibliche Wissen, mit einem Augenzwinkern, einem coolen Move, einem Fingerschnippen oder anderen subtilen Gesten einen Kerl zu catchen, hat mich schon immer fasziniert und besetzt. Die Vorstellung, mich einer solchen Person mit Haut und Haar hinzugeben und alles für sie zu tun, lebt seit dieser Zeit in mir.
Leider sind die Exemplare Frau, die diesen Wünschen gerne nachkommen und privat mit einem Typ wie mir verkehren, handverlesen und absolute Mangelware. Zumal dann, wenn sich die eigene Außenwirkung auch optisch in Grenzen hält. Letztendlich bleibt als einzige Alternative nur der Gang in die professionelle Bizarrwelt. Dass ich hier in den letzten 35 Jahren eine Reihe exzellenter Damen kennenlernen durfte und wenig Reinfälle erlebt habe, ist für sich genommen schon einmalig.
Die Begegnung mit Ruby ist allerdings ein besonderer Glücksfall.
Sie ist anders als alle anderen vor ihr. Ich darf an dieser Stelle zu Protokoll geben, dass ich mich ein wenig verliebt habe in sie, weil sie so ist, wie sie ist:
Eine Domina für die Langstrecke. Du rufst diese Frau an und kannst dir zu hundert Prozent sicher sein, dass dich da niemand ankobert. Was sie sagt, meint sie auch so. Mehr Authentizität geht nicht. Ihr sorgendes Verantwortungsbewusstsein ist die Garantie, sich voll und ganz fallen lassen zu können. Natürlich lotet sie Grenzen aus, natürlich haut sie mal kräftig drauf und der ein oder andere Seitenhieb auf ihre ‚Hasen’, wie sie ihre Sklaven liebevoll zu nennen pflegt, ist stets dabei. Überhaupt trifft der von ihr gewählte Begriff ‚Hase‘ den Nagel auf den Kopf. Nicht der kuschelige Stoffhase, der üblicherweise gemeint ist, sondern der scheue, ängstliche Wildhase, der sein Leben der fürsorglichen Jägerin verdankt, die ihn jederzeit abschießen könnte. Wenn sie wollte. Was sie nicht tut.
Und so hopple ich alle paar Wochen zu ihr hin, fresse ihr immer mehr aus der Hand und hoffe, am Ende nicht als Braten auf ihrem Teller zu landen (oder vielleicht doch?)
Ganz kurz zu meinem zehnten Treffen mit ihr: Keine neuen Techniken, die in den Vorberichten nicht schon erwähnt worden wären: Strom bis zur Schmerzgrenze, Tigerbalm und Ingwerspray in einer kreativen Zweikomponenten-Anwendung inklusive dem göttlichen Spruch ‚Ich blas’ Dir einen’, wenn die Tinktur mit ihrem kühlen Atemstoß analog dem Handtuchwedeln bei 100 Grad in der Sauna in den Leib vordringt, viel Phantasie bei Wiege-und Waagespielen, ein amüsanter Wechsel von Körperflüssigkeiten, eine atemberaubende Nähe, das beste Breathplay der Welt, ein DirtyTalk, den MANN mit ins Bett nimmt und im Anschluss wie nach jeder Session ein Gespräch, als säße da die beste Freundin und nicht die Frau, die einem wenige Minuten zuvor alles abverlangt und Sorge dafür getragen hat, dass am Abend die eigene DNA in der Mülltonne vor der Passion Factory liegt.
Ruby June weitet nun seit über einem Jahr meine SM-Welt: SadoMaso - SocialMedia - SpicyMusic - auf Ikkimel wäre ich ohne sie auch nicht gekommen.
Ich komme einfach nicht los von Ihr!
Die Wahrheit liegt im Auge der Betrachterin
Ich bin nicht fett, keineswegs. Meine Herrin meinte vor längerem sinngemäß, ich wäre ‚ansehnlich‘, da würden sich gelegentlich andere Kaliber im Studio einfinden. Ich dachte mir damals nur, wenn ich mit einem entsprechenden Kaliber an einer anderer Stelle ausgestattet wäre, würde ich bei den Damen möglicher Weise mehr bleibenden Eindruck hinterlassen. Tendenziell ist das, was bei mir zwischen den Beinen hängt, eher unterdurchschnittlich. Überdurchschnittlich dagegen waren seit geraumer Zeit meine Körperfettwerte. Der Sommer dümpelte mäandernd dahin, außer gelegentlichen Radtouren versiegte die sportliche Aktivität auf ein muffiges Minimum. Es war mir anzusehen und ich wollte Ruby, die großen Wert auf ihre Figur und ihre Fitness legt, so nicht gegenüber treten. Der Plan war also folgender: Vor einer neuerlichen Begegnung setzte ich mir ein Gewichtsziel, das ich ihr 14 Tage mitteilen sollte. Ich würde mich dann vor ihren Augen wiegen. Würde die Waage mehr anzeigen, gäbe es je einhundert Gramm eine Strafaufgabe. Gesagt, getan. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr einen der schiere Gedanke an ein Date mit einer schönen Frau vorantreibt. Was tausend gute Vorsätze über zwei Monate nicht zustande bringen, läuft plötzlich wie von allein. Die Stelle nach dem Komma fiel im Tagestakt. Und so kam es, dass ich am Vortag eine Punktlandung hinlegte. Gewichtsziel erreicht. Jetzt galt es, den Status noch exakt 12 Stunden zu halten. Leicht nervös dachte ich mir, hoffentlich gibt es mit einem fremden Messgerät keine Überraschungen. Eine folgenschwere Vorahnung, wie sich bald herausstellen sollte.
Schummeln ist Scheiße
Pünktlich wie immer klingelte ich in der Otto-Kraus-Straße 10. Ruby öffnete die Tür. Holla die Waldfee! Ihr Blick verriet: Heute war mit ihr nicht zu spaßen. Ein kritischer Scan von oben nach unten und wieder zurück erinnerte mich an die Gepäckkontrolle im Nürnberger Flughafen. Erstmalig bereute ich an diesem Tag die Idee mit dem Gewicht. ’Na dann komm mal rein’, meinte sie, und irgendetwas in ihrer Stimme deutete darauf hin, dass sie heute weder sehr gute, noch gute Laune hatte. Ich zog den Bauch ein und lief, anders als sonst, vor ihr her. Offensichtlich beobachtete sie mein Profil von hinten. Da ich zur frühen Morgenstunde der erste Gast an diesem Tag war, meinte sie auch noch, ich könnte mir heute das Spielzimmer aussuchen und so entschied ich mich für das geräumigste Zimmer hinten rechts. Wir unterhielten uns wie üblich bei einer Tasse Kaffee über die Begebenheiten der letzten Wochen und die Herausforderungen der nächsten Wochen - Ruby ging mit ihrer Homepage www.ruby-june.de an den Start und plante einen großen Auftritt auf der VENUS in Berlin.
Einmal Bad und zurück und dann lag da: EINE WAAGE! Erster Versuch. Anzeige ‚ERR‘. Gelächter von rechts und die Aufforderung 'Probier es nochmal‘. Wieder das Gleiche. Auch beim dritten Mal keine Gewichtsanzeige. Ruby wurde unwirsch: 'Du hast doch hoffentlich heute Morgen ein Beweisfoto gemacht‘. Hatte ich natürlich nicht. Gottsei’s gedankt konnte ich aber per App auf die Messung vom Vortag zurückgreifen. Etwas vorschnell hielt ich ihr mein Handy vor die Nase. In der Folge entlud sich ein Gewitter über mir, wie ich es von Ruby noch nie gehört habe. Ob ich denn nicht wüsste, wie Mann seiner Göttin ein Sklavenhandy zu präsentieren hätte. Merde! Natürlich. Ich fiel auf die Knie, hielt mein Handy über den Kopf und zeigte ihr dien Screenshot. Der nächste Aufschrei. Ob ich sie wohl auf den Arm nehmen wollte. Mir ernsthaft genau das Zielgewicht zu präsentieren? Das könne ja nicht mein Ernst sein. Das hätte ernsthafte Konsequenzen.
Die Strafe folgt auf dem Glied
So schnell wie diesmal hing ich noch nie am Haken. Mit den Händen über dem Kopf am Flaschenzug fixiert zwang sie mich zu Kniebeugen, indem sie ihren Mörderabsatz in eine mit meinem Skrotum verbundene Schlinge klinkte und den Schuh Richtung Boden drückte. Dabei hatte die Elastizität von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen endliche Grenzen, in Folge dessen es zur Überdehnung kam. Ruby war auf Temperatur. Wieviele Kniebeugen ich schaffen würde? 15? 20? Ich weiß es nicht. Irgendwann wechselte sie die Spielart und wandte sich der oberen Körperhälfte zu. Eine sogenannte Violet Wand kam zum Einsatz. Meine Herrin war erstaunt. Ich zeigte keinerlei Reaktion. Auch auf höchster Stufe bloß ein leichtes Zucken. Entweder hatte mich meine Göttin in unseren nunmehr neun Sitzungen soweit konditioniert, dass das Toleranzlevel entsprechend hoch war, oder mein Körperfett verhinderte Schlimmeres. Deshalb Werkzeugwechsel: Das bekannte Elektrogerät wurde angelegt und verrichtete zuverlässig seine Arbeit. Ruby betrachtete sich das zuckende Elend eine zeitlang aus sicherem Abstand und kam schließlich mit einem diabolischen Funkeln in den Augen auf mich zu: „So, nachdem Du das letzte Mal so ergiebig auf Tigerbalm reagiert hast, habe ich etwas ganz Besonderes für Dich’. Sprach’s, hielt mir eine kleine Tube Salbe vor die Augen, ging in die Knie und verteilte die cremige Substanz liebevoll auf meinem erwartungsfrohen Glied. ‚Finalgon, mein Lieber, das ist der Endgegner‘. Ich schwöre bei allem, was mir lieb und teuer ist, ich hatte keine Ahnung, was in den nächsten Minuten auf mich zukam. Dabei begann es erst einmal anregend: Ein leichtes Kribbeln stieg von unten auf. Ruby gefahl mir, mich vor das Bett zu knien. Sie band meine immer noch verschnürten Arme vor mir nach unten gestreckt an einen Karabiner, der ziemlich tief am Bettgestell angebracht war. Nun drapierte sie sich abgewandt aufs Bett. Direkt vor meinem Gesicht legte sie ihr traumhaftes Hinterteil frei. ‚Komm, berühr mich, wenn Du kannst‘, forderte sie mich erheitert auf. Mit jedem Ruck, den ich mein Gesicht nach vorn bemühte, rutschte sie ein Stück weiter weg. Ich behalf mir, indem ich es mit den Knien irgendwie vom Boden aufs Bett schaffte. Die Herausforderung bestand in der Folge darin, über die nach hinten fixierten Arme die Balance zu wahren. Meine Göttin näherte sich wieder ein Stück. An dieser Stelle schlägt die Physik voll zu: Wieviel wiegt ein menschlicher Kopf? Laut Wikipedia zwischen 4 und 6 kg. Das bedeutete: Sobald ich mich zu Rubys Hintern beugte, kippte mein Oberkörper wie ein nasser Sack nach vorne. Ruby entwischte reaktionsschnell und ich landete mit der Nase in der Matratze Ein richtig trauriges Schauspiel, das meine Regisseurin maximal erheiternd fand. Besonders belustigend waren meine anschließenden Versuche, mich hochzurappeln. Nur um alles erneut auf die gleiche Weise zu erleben.
Der Endgegner
An dieser Stelle würde ich gerne exakt beschreiben wollen, welcher innerliche Tsunami sich mit stets stärker werdender Gewalt in meine Eingeweide fraß und ein Gefühl zur Folge hatte, als würde sich der komplette Körper in einem Schraubstock befinden. Ohne irgendetwas dagegen ausrichten zu können, rann mir der Schweiß nur so hinab. Ruby band mich los. Ich durfte mich auf den Rücken legen. Die Wirkung der Wärmesalbe, so wurde ich später aufgeklärt, nahm Fahrt auf. Ich konnte mich auf nichts anderes mehr konzentrieren als auf diesen Zustand, der zu Beginn einem nahenden Höhepunkt nicht unähnlich war, diesen jedoch spontan mit einem Riesensatz übersprang und alle Nervensynapsen auf Dauerfeuer hielt. Ich kenne so einen ähnlichen Daseinszustand nach dem Verzehr einer Messerspitze der Chilisorte Carolina Reaper, der ebenfalls einen zwanzigminütigen Kampf von Körper, Geist und Seele zur Folge hatte. Ich lag in den Armen meiner Herrin und heulte wie ein Schlosshund. Ich kann mich ehrlich nicht erinnern, ähnliche Studiomomente schon einmal durchlebt und durchlitten zu haben.
Dass die nachfolgenden Bemühungen von Domina Ruby June keinen Erfolg hatten, soll hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden. Nachdem der Kontakt zur Außenwelt wieder halbwegs hergestellt war, ging einfach nichts mehr. Der geschundene Organismus ließ sich auch von feinstem Dirty-Talk und den mechanischen Finessen der unfehlbaren Massagepistole nicht beeindrucken.
Dabei gestehe ich aufrichtig, dass mich diese Art der dominanten Spielart unglaublich fasziniert: Ich bevorzuge die unsichtbare, die spurlose Art der Willensbekundung. Keine Striemen, keine Tritte oder Ohrfeigen, kein Herumbrüllen. Ein elektronisches Gerät, das Wellen sendet, die niemand sieht. Eine Salbe, die Wirkung entfacht, die niemand anders spürt. Ein Dominakuss, der warm und feucht die Lippen benetzt und sich schnell verflüchtigt. Ein geflüsterter Befehl, den niemand anders hört. Geheime und intime Geschenke der Herrin an ihren Sklaven.
Sowas schon mal erlebt? Du liegst nach getaner Arbeit flach auf dem Rücken, glücklich ob der Flüssigkeit, die wenige Minuten zuvor deinen Körper verlassen hat, da rutscht die Göttin von deinem Gesicht, klemmt deinen Kopf zwischen ihre Oberschenkel und fängt an, mit dir über ihre Laufaktivitäten zu plaudern, über Prostataprophylaxe heutiger Fahrradsättel, über die Venus in Berlin, auf der sie in diesem Jahr rege Präsenz zeigt, verrät ihren Taillenumfang – 60 cm, wer es wissen möchte – und was sie zum Frühstück am liebsten isst – Cheese Cake – und am Ende tauschen wir uns über ihre Homepage aus, die bald an den Start gehen wird.
Ich machte ihr, keine 15 cm von ihrem Allerheiligsten entfernt, den Vorschlag, da müsse unbedingt eine Sequenz aus einem Videobeitrag ihres OnlineChannels (https://www.bestfans.com/ruby-june) rein, über den sie ihre Fans beinahe täglich versorgt: Ruby auf einem Segelschiff, sichtlich gut gelaunt: Frage in die Kamera: ‚Was genau macht eigentlich einen guten Sklaven aus?‘ Die Antwort gibt sie sich eine Sekunde später selbst: ‚Ein Boot!‘. So ist die Frau. Augenzwinkernd, humorvoll, voller Überraschungen. Sie trägt ihr Herz auf der Zunge. Mann merkt ihr sofort an, ob sie gut drauf ist oder besonders gut.
Heute eindeutig letzteres. Den ganzen langen Gang hörte ich ihre Absätze auf Stein hämmern. Die Tür öffnete sich. Ich hielt den Atem an, musste mich kurz sammeln: Eingehüllt in ein Priesterinnengewand mit Kapuze über ihrem rötlichen, schulterlangen Haar, stand sie lächelnd vor mir. Alles Ton in Ton. Ruby überlässt nichts dem Zufall und wählt ihre Garderobe immer sehr bewusst. High Heels, noch höher als sonst. Schwarze, halterlose Strümpfe mit breitem Spitzenrand, vermutlich 20 DEN. Unter der halbtransparenten Stola trug sie einen Body, der nur einem einzigen Zweck diente: Auf möglichst raffinierte Art so viel Haut wie möglich zu zeigen. Lederriemen bildeten lauter große Dreiecke mit nichts dazwischen. Gelegentlich war ein Stück Stoff verbaut. Ich wundere mich schon lange nicht mehr: Ruby hat einen schier unerschöpflichen Fundus von Kleidungsstücken, in die eine ungeübte Person schon deshalb nicht hineinkommen würde, weil sie gar nicht wüsste, wo der Eingang ist.
Begrüßung. Umarmung. Getränkewahl. Wir redeten kurz über das, was heute geschehen könnte. Im Anamnesegespräch tauchte plötzlich wieder eine Frage auf, die sie mir nur im Erstgespräch gestellt hatte: Ob es medizinische Einschränkungen gäbe? Eventuell eine Standardfrage aus dem Qualitätsmanagement für Klientel über sechzig. Ich verneinte, dachte mir aber: Oje, ich muß in den letzten zwei rubylosen Monaten schwer gealtert sein. Warum fragt sie mich das sonst? Mund abgewischt und tapfer voran. Dusche, Fußverehrung in kniender Position, dann ging’s ins Spinnennetz.
Trapeze im Kreis
Am Spinnennetz hing ich noch nie: Ein kettenartiges Geflecht aus lauter Trapezen, angeordnet im Kreis und sich nach innen verjüngend. An den Verbindungsösen kräftige Karabiner, die eine sehr individuelle und flexible Fixierung erlauben. Im Zentrum, genau dort, wo die Spinne auf ihre Beute wartet, beginnt sie mit ihrem Festmahl: Ich durfte den Zyklus ‚Nippleplay’ in vollen Zügen durchleiden. Wenn zwei stramme Klammern über diverse Winkelzüge konsequent ihre Aufgabe verrichten, nimmt jeder Kreislauf Fahrt auf. Und am Ende erhält der so Gepeinigte die Garantie: Tagelange Sensibilitätsstörungen im vorderen Brustbereich. Eine weitere Begabung aus dem Rubyversum verstärkt diesen Effekt: Der feindosierte Einsatz von Elektrik. Ich kann auch Skeptikern unter den Lesern versichern (siehe mein Vorredner Ralf-R6): Die von mir inzwischen heiß geliebte Spielart war immer mein Angstfach. Die Meisterin der Knöpfe und Drehregler hat mich vom Gegenteil überzeugt. Windelweich gezwirbelt, gewichtet, gedehnt und durchstromt durfte ich von der Vertikalen in die Horizontale.
Newtonsches Gesetz
Dort machte ich Bekanntschaft mit einem sehr interessanten physikalischen Experiment, das das Prinzip des Kräftegleichgewichts veranschaulicht. Ich kann aus Gründen des Jugendschutzes nur sehr allgemein auf die Versuchsanordnung eingehen: Ein gespanntes Seil verbindet die flexiblen Punkte A (Oberkörper) und C (Unterleib) über einen starren Punkt B (Haltepunkt an der Decke) in einer Dreieckskonstellation. Wird nun Punkt A in Bewegung versetzt, hat dies unmittelbare Auswirkungen auf Punkt C und umgekehrt. Manipuliert die Versuchsleiterin das System dahingehend, dass auf die Strecke AB oder BC weitere Kräfte einwirken, treten auf dem gesamten Vektor AC Spannungszustände auf, die massive akustische Oszillationen zur Folge haben. Wohin auch immer sich die Punkte auf der Strecke AC flüchten möchten, es tritt ein, was Ruby in ihrer Sedcard so ausdrückt: Egal welche Wahl, stets eine Qual. Der Höhepunkt dieses Experimentes war Rubys wilder Ritt etwa in Höhe der Mittelsenkrechte, dem Vollzug des Akts nicht unähnlich: Unter normalen Umstände ein Hochgenuss, in der beschriebenen Konstellation ein Trip durch die Hölle. Anschließend legte die Herrin noch eins drauf, passend zum Priesterinnenmotiv: Ein ritueller Catwalk über die gesamte Länge der Strecke AC. 540 Newton, die Richtung Erdmittelpunkt drückten.
Spezielle Relativitätstheorie
Die obligatorische Lungenfunktionsprüfung nach rubyanischer Art wirft die Frage auf: Gilt Albert Einsteins spezielle Relativitätstheorie auch im Dominastudio? Hier scheint es genau umgekehrt zu sein: Während für das ruhende (= oben thronende) Objekt ein Countdown in der Zählweise ‚Zehn – neun – acht – … – drei – zwei – eins – nullkommaneun – nullkommaacht …‘ eine knappe Minute beträgt, dehnt sich die Zeit für das bewegte (= darunter zappelnde) Objekt auf das doppelte. Meine Herrin war nur bedingt zufrieden mit mir: ‚Etwas kurzatmig heute, oder?‘, musste ich mir anhören. Ich dachte sofort an die Eingangsfrage nach medizinischen Einschränkungen: Vielleicht wusste sie etwas, von dem ich selbst noch gar nichts ahnte?
Thermodynamik
Den Abschluss unseres fachpraktischen Unterrichts bildete ein Ausflug ins Reich der Thermodynamik. Hier demonstrierte mir meine Dozentin an meiner erschlafften Körpermitte, welche Urgewalten in chemischen Stoffen stecken. Kaum war das Tigerbalm einmassiert, kehrte eine Festigkeit zurück, die ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zugetraut hätte. Vergnügt griff Ruby nun zum Spezialgerät. Ich muss gestehen, dies hat sich bei uns beiden inzwischen zu einem gewissen Automatismus entwickelt und kann auf eine einfache Formel gebracht werden: Massagepistole = Ende Gelände. Ein paar Stöße hier, ein paar Stöße dort, und dann lassen sich Chemie und Physik nicht mehr aufhalten.
Womit wir am Anfang der Geschichte angelangt wären.
‚Gehe direkt ins Gefängnis – gehe nicht über ‚Los‘, ziehe kein Geld ein‘. Menschen meiner Generation dürfen sich an dieser Stelle ins D-Mark-Zeitalter zurückversetzt fühlen und sich über viertausend entgangene Mäuse ärgern, alle anderen denken bitte in EUR und halbieren den Betrag. Die ganz Jungen sind vermutlich noch zu jung für den Besuch bei einer Domina oder kennen Monopoly gar nicht mehr.
„Gehe direkt ins Gefängnis“, so war die Aufforderung von Ruby June zu verstehen, auf einem ganz besonderen Stuhl im Studio Platz zu nehmen.
Wie sah sie heute wieder fantastisch aus: Diesmal in einem transparenten, eng anliegenden ‚Kleid‘ in blau, das erst gar nicht den Versuch machte, irgendetwas darunter zu bedecken und eigentlich auch eher in die Kategorie ‚Mesh-Top‘ fiel, denn je nach Standpunkt war nicht klar, ob es noch über die Pobacken sollte oder nicht. Ruby musste jedenfalls keine großen Verrenkungen machen, ihrem Gefängnisinsassen ihren Traumhintern ohne Stoff zu präsentieren. Untenrum waren Langschaft-Stiefel angelegt, oben hatte sie die Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden. Den typischen ‚Haare-Wipp-Effekt‘ beim ‚Hinter-ihr-hergehen’ hatte ich ja schon einmal in einer anderen Story über sie erwähnt. Ist ein wenig so, wie wenn das Entlein seiner Mama folgt: Der wiegende Pferdeschwanz dient als schöne Orientierung für den Ankömmling – sofern Mann nicht gerade von etwas anderem abgelenkt ist. Atemberaubend auch wieder ihre Fingernägel. Sie hat mir leider nicht verraten, wo in München sie ihre Nägel machen lässt (wär mal was für eine Feminisierungs-Aktion), denn diese sind wirklich meisterhaft designed und entsprechen garantiert Panzerglas-Härtegrad 9. Wenn sich diese Waffen in die Gegend um die Brustpapillen bohren, hat der Spaß ein Loch. Und – auf Wunsch – nicht nur der. Ach ja, der Lippenstift muss unbedingt noch erwähnt werden: Heute eher feuerrot, denn rub(y)inrot.
Wir unterhielten uns im Vorfeld über meine schlechte Schlafperformance der vorangegangenen Nacht und wie wir das beste daraus machen könnten.
Ja, und genau deshalb schickte mich Ruby ins Gefängnis. Mit den Worten, meinem Kreislauf zuliebe möge ich doch auf dem Stuhl dort hinten Platz nehmen, fand ich mich auf einem Ledermöbel wieder, das weder Aussparungen noch sonstige Besonderheiten aufwies. Ich war WIRKLICH ahnungslos. ‚Genieße Deine letzten Freiheiten‘, meinte sie und näherte sich mir bis auf wenige Zentimeter. ‚Komm, fass mich an, noch bist Du dazu in der Lage!‘. Sekunden später war es wie immer um mich geschehen, als ich meinen Kopf an ihren wunderbaren Körper schmiegen durfte, meine Finger über Ihr hauchzartes Nichts glitten und mich ihre Präsenz schlicht überfuhr. Momente zum Zeitanhalten, die jäh endeten, als sie plötzlich eine Rolle Frischhaltefolie im XXL-Format in der Hand hatte: ‚So, mein Lieber, etwas nach vorn beugen, genau so!‘. Hinter mir knisterte es. ‚Heute keine Nylons, sondern ein ganz spezieller Plastikanzug‘. Peng! Nächste Sprosse auf der nach oben offenen SM-Skala. Folie hatte ich noch nie. Ruby eröffnete einen betörenden Polyethylen-Tanz mit den Worten, ich solle die Arme in bequemer Haltung anlegen und die nächsten Augenblicke nutzen, noch ein paar Male kräftig ein- und auszuatmen, denn lange würde das nicht mehr gehen. Lange? Bereits nach einer Lage konnte ich mich nicht mehr bewegen. Kreis um Kreis formte sie mich zu einem willenlosen Spielzeug, das ihr vollkommen ausgeliefert war. Als sie auf ihren 14-cm-Stelzen einmal kurz ins Wanken geriet, meinte sie schmunzelnd: ‚Uups, gerade nochmal gut gegangen. Stell Dir vor, ich stürze hier und bleibe liegen. Das dauert ewig, bis dich jemand findet‘. Nach ca. zehn Runden war ich am Stuhl festzementiert. Es ging wirklich nichts mehr. Ihr Kunstwerk vollendete sie schließlich, indem sie mir einen Strumpf über den Kopf stülpte. Dass dieser Strumpf in der Folge dazu dienen sollte, die Körperwärme zu stauen, war mir zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst.
Und als ob es im Plastikknast nicht bizarr genug gewesen wäre, kam von irgendwo her die Kunststoffbox mit dem Stromgerät zum Vorschein. Meine Beine, in Metallschellen unten an den Stuhlfüßen fixiert, vibrierten bereits ohne Elektrik so, dass sich Ruby über den Lärm beschwerte. ‚Geht das nicht ein wenig leiser? Du mischt hier den ganzen Laden auf‘. Und sorgte mit dem Anlegen und dem unvermittelten Aktivieren zweier Elektroden an meinen Oberschenkelinnenseiten wenige Augenblicke später für einen Schrei, der garantiert überall zu hören war. ‚Ts, ts‘, kam es von ihr, ‚wenn ich ehrlich bin, hatte ich mit dieser Reaktion gerechnet‘. Gelächter und ein Gesichtsausdruck, der es locker in die Hall-of-Fame der Unschuldsengel geschafft hätte. Eine von Rubys ganz großen Stärken: Richtig böse Dinge zu tun und dabei so zu schauen, als würde sie gerade Gänseblümchen pflücken. Auf mein Dauerwinseln hin regulierte sie die Stromstärke in einen halbwegs erträglichen Bereich.
Derart eingestellt ging es nun in die sogenannten ‚Drei-Minuten-Intervalle‘: Mit manueller Therapie sorgte sie sich rührend um mein primäres Geschlechtsorgan und forderte mich auf, mich innerhalb dieser Frist zu erleichtern. Was die Meisterin ihres Fachs nach fünf Treffen genau wusste: Es bedurfte der Stoßmechanik und der Frequenz ihres Pistolenapparates, mich zum Explodieren zu bringen. So gelangte ich zwar an den Rand der Erkenntnis, aber nicht darüber hinaus. Dieses Spiel wiederholte sie mehrmals. Um den gewünschten Effekt immer aufs Neue sicherzustellen, blieben Manipulationen meiner vorher freigelegten Brustwarzen nicht aus.
Jede verstrichene Drei-Minuten-Phase ohne Resultat hatte zusätzliche elektrische Wirkungstreffer zur Folge. Was das eigentliche Ziel in immer weitere Entfernung rückte. Um mich herum war inzwischen alles nass. ‚Ein Liter ausgeschwitzt’, sollte die Frau in Blau später zu Protokoll geben. Ruby randalierte. Ruby raste. Ruby ritt der Teufel. Und mittendrin auch immer wieder Androhungen, das Drei-Minuten-Spiel unendlich fortzusetzen, um den anderen Damen des Hauses Gelegenheit zu bieten, Hand anzulegen.
Am Ende kam dann doch ihre Spezialwaffe zum Einsatz. Das Ding hämmerte mir mit 3000 U/min solange ans Gehirn (bzw. woanders hin), bis die Aufgabe erledigt war.
Ich wurde aus dem Plastik herausgeschnitten und sanft ins Bad geleitet. Nach einer wirklich sehr notwendigen Dusche nahm sich Ruby wie immer Zeit für ein offenes, bisweilen herzerfrischendes Gespräch über dies/das.
Bleibt eine Befürchtung: Ich merke, wie sie von Treffen zu Treffen professioneller wird, wieviel schneller sie die Trigger findet und wie sie jede noch so kleine Regung wahrnimmt und in ihrem Sinne nutzt. Das wird neuen Gästen nicht verborgen bleiben, und so wird es vermutlich nicht einfacher werden, einen Termin bei ihr zu bekommen.
Mayday mayday mayday! Das Anwesenheits-Tableau der Passion-Factory-Homepage bot die Möglichkeit eines zweiten Dates mit Uma & Ruby. Die Anbahnung lief reibungslos und diesmal ging es völlig entspannt ins Nürnberger SM-Paradies: Ohne Fahrradgehetze, ohne Stau, einfach nur über eine gemütliche Anreise mit den Öffis bei strahlendem Sonnenschein.
Wer sich vor dem Termin auf dem Weg ins Studio noch den ein oder anderen Gedanken machen möchte, dem empfehle ich den Fußmarsch von der U2-Haltestelle Herrnhütte in die Otto-Kraus-Straße 10: Die Bebauung ist eher gewerblich, das Publikum gemischt und unauffällig, der Autoverkehr flüchtig. Da wird kein großes Aufhebens gemacht um einen Spaziergänger, der seinem Schicksal entgegen schreitet. Die notwendigen 20 Minuten Wegstrecke animieren dazu, die Muskeln zu lockern, den Kopf freizubekommen und auch mal ein skurriles Erlebnis mitzunehmen. So geschehen auf der Bayreuther Straße beim Passieren der Brücke über die Bahnstrecke, als ein männlicher Mitbürger einige Meter vor mir unvermittelt stehen blieb, sich dem Grünstreifen neben dem Gehweg zuwandte, den Hosenstall öffnete und in die Prärie strullerte. Einfach so. Ich darf allen Leserinnen und Lesern versichern, dass sich die Person, Altersklasse um die 30, nicht in Begleitung einer Domina befand, der Akt des Urinierens in aller Öffentlichkeit somit eher unzureichender Gehirnmasse geschuldet war. Besonders beunruhigend: Der anschließende Abstecher des Mannes ins um die Ecke gelegene Fast-Food-Restaurant. Hoffentlich handelte es sich nicht um einen Mitarbeiter, der seine Schicht antrat.
Pünktlich auf die Sekunde drückte ich die Glocke. Hinter der Tür vergnügtes Gelächter. Ich bin in diesem Moment immer bemüht, mir vorzustellen, was meinen Herrinnen durch den Kopf geht, denn da stehen ja zwei auf der anderen Seite, die die Uhr ebenfalls lesen können. Muß ein gutes Gefühl sein, überwiegend mit Menschen zu tun zu haben, die darauf abgerichtet sind, die Vorgaben exakt einzuhalten. Da können dann ‚10 Sekunden zu spät‘ oder ‚zwei Minuten zu früh’ schon mal ein Stirnrunzeln auslösen. Mit den entsprechenden Konsequenzen. Insofern macht es sich der superpünktliche Gast selbst schwer.
Bezaubernde Begrüßung. Es ist für einen in die Jahre gekommenen Herrn wie mich immer ein feierlicher Akt, in die Gesichter einer, in diesem Fall sogar zweier superhübscher Frauen mittleren Alters zu blicken, die sich wirklich auf den Gast freuen. Klar, bestellt und bezahlt. Aber wenn ich an so manche Begegnung mit ähnlichem Kostenfaktor denke – zum Beispiel der vorgeschriebene Besuch beim Servicetechniker des örtlichen Fahrzeughändlers – trage ich mein Geld lieber zu Uma & Ruby und verzichte aufs Auto. Ist auch deutlich nachhaltiger.
Im Spielzimmer entwickelte sich eine kurze und angeregte Diskussion über die Weltlage und ihre gegenwärtigen Absurditäten. Die beiden Damen haben echt was in der Birne und der ‚Schnack vor dem Akt‘ ersetzt das Vorgespräch. Nachfragen zu besonderen Wünschen oder Tabus oder Praktiken erübrigen sich. Mann und Frauen kennen sich. Ist ein wenig wie ein Familientreffen der sehr speziellen Art.
Im Weiteren möchte ich die Leserschaft nicht mit Wiederholungen langweilen. Was mit Sicherheit erwähnenswert ist: Ich nähere mich allmählich der Mindesttrinkmenge von 500 ml. Hätte ich niemals gedacht, aber meine beiden Herrinnen haben es in vorgelagerten, intensiven Einzeltherapien mit List und Tücke hinbekommen, mich in den Nextlevel zu hieven.
Besondere Höhepunkte der Session waren die Kussszenen der beiden. Keine dreißig Zentimeter vor meinen Augen bot sich ein Zungenkuss-Tutorial vom Feinsten. Madonna, Spears und Aguilera aus dem vermeintlich skandalumwitterten 2003er MTV-Video hatten nicht ansatzweise den Sex-Appeal von Sadote und June. Als sich die Lippen dieser zwei Frauen berührten, als die Zunge ihren Weg in den Mund der jeweils anderen fand, vergaß ich den Schmerz, den mir Klammern und Strom bereiteten. Es war einfach nur noch irre erregend.
Dass mich Ruby am Ende mit der Massagepistole von Uma abgeschossen hat, ist von besonderer Pikanterie. Die Hintergründe dazu bleiben aber – genauso wie die in der Eingangsstory getroffene Feststellung, eine der beiden Frauen hätte zwei Grad mehr Austrittstemperatur gehabt – ein Geheimnis im Familienkreis.
Dieser fiese Gegenwind. Mit überhöhter Geschwindigkeit bog ich in die Otto-Kraus-Straße und pedalierte mir auf der Einflugschneise zur Passion Factory die Seele aus dem Leib. Mein letzter Blick auf die Uhr eingangs der Schafhofstraße machte mich höchst nervös: Noch 3 Minuten bis zum vereinbarten Termin. Das war kaum zu schaffen. Ich peste aufs Grundstück, legte vor der Papiertonne eine Vollbremsung ein, stellte das Fahrrad ab, riss die Tasche vom Träger, rannte in voller Montur die Treppe hoch und drückte oben, ohne noch einmal die Zeit zu kontrollieren, einfach die Glocke.
Kaum hatte ich die schweißnassen Handschuhe abgelegt und den Helm abgenommen, da ging die Tür auch schon auf.
Eine mir unbekannte Frau blickte mich neugierig an. In Gedanken ging ich die Damen durch, die laut Homepage anwesend waren: Rötliches Haar wie Ruby? Das konnte nur Lady Alexa X sein, alle anderen waren blond bzw. sehr blond. ‚Hi, Du möchtest zu Ruby, richtig?‘, kam es mir freundlich entgegen. ‚Stimmt! Und Du bist Lady Alexa X?‘ ‚Korrekt! Wir kennen uns noch nicht. Komm rein, Ruby wird gleich da sein‘. Lady Alexa X führte mich ins Spiegelzimmer, reichte mir eine Flasche Wasser, plauderte noch ein paar nette Sätze mit mir und verschwand. Ich konnte ein wenig zur Ruhe kommen und puhlte mich aus der Jacke. Gerade als ich mich sortiert hatte, stand SIE im Raum.
Wunderschöne, halterlose Strümpfe mit breitem Spitzenrand, Leder-BH und Leder-Slip, einen durchsichtigen Umhang und High-Heels bis zum Himmel; im Übrigen das perfekte Aussehen und die fröhliche Ausstrahlung wie immer. „Du bist zwei Minuten zu früh dran gewesen, mein Lieber! Ich hatte nicht vor ‚Pünktlich auf die Sekunde‘ mit Dir gerechnet, deshalb habe ich zu Lady Alexa X gesagt, das muss Dein Gast sein“. Meine Gesichtszüge entglitten mir. So etwas war mir noch nie passiert. Ich musste mich beim Blick auf die Uhr entweder verlesen haben (das Augenlicht wird um Ende fünfzig herum auch immer schlechter), oder ich hatte so Gas gegeben, dass mir meine ‚Verfrühung‘ gar nicht gewahr wurde. Ruby grinste. ‚Macht ja nichts‘. So, wie sie das sagte, konnte ich mir leider nicht sicher sein, ob es vielleicht doch was macht. Aus reinem Selbstschutz unterließ ich jede Nachfrage. Dann folgten einige Minuten Gespräch in einem Setting, das ich mit Fug und Recht ‚vertraut‘ nennen möchte. Sie erzählte mir, dass es ihr wieder gut ginge und was sie die nächste Zeit so vorhätte, ich erzählte ihr von meinem ‚Fremdgang‘ mit Uma.
Kurze Zeit später ging es in die Dusche und wieder zurück Richtung Spiegelzimmer. Dort öffnete sie mir die Türe und meinte: „Du weißt, wie Du mich zu begrüßen hast“. Ich fiel auf die Knie, senkte meinen Kopf zu Boden und wartete, bis sie vor mir stand und ich mit der Verehrung ihrer Schuhe und Füße beginnen durfte. „Steh auf mein Kleiner“. Klein war ich heute wirklich, denn sie überragte mich um gute zehn Zentimeter. Einen kurzen Moment wurde mir schwarz vor Augen. ‚Mist‘, dachte ich mir, ‚das nächste Mal vielleicht doch wieder mit dem Auto‘.
Ruby merkte das sofort und geleitete mich auf den Penis-Sitz-Pranger, der unscheinbar in der Ecke stand. Dort sollte mein Gemächt sach- und fachgerecht verstaut werden. Ich frage mich nach der heutigen Lektion ernsthaft, warum ich dieses geniale Möbel noch nie ausprobieren durfte. Ich zähle mal die Vorteile auf: 1. Es schont den Kreislauf. Mann sitzt. 2. Es ist kippsicher. 3. Es ist eine besondere Form des Ausgeliefertseins, wenn die Domina einen ungehinderten und unverbauten Zugang zum empfindlichsten männlichen Organ hat. 4. Es erinnert ein wenig an die französische Guillotine: Schnipp schnapp Schnüdel ab.
Ich saß also da, die Arme am oberen ’T’ links und rechts mittels Karabinern fixiert und ruckelte mein Geschlecht durchs Loch. Um jegliches Zurückrutschen zu unterbinden, wurde die Öffnung passgenau verschlossen. Ruby griff gleich nebenan ins SM-Sortiment und hatte plötzlich eine Kunststoffbox in der Hand. „Du weißt, was jetzt kommt?“. Oh ja, ich wusste es. Im letzten Mailing stand einfach nur: „Hab neues Elektro Zubehör“. Und danach: „Du begibst Dich in Gefahr“. Als sie die Box öffnete, wusste ich, warum. Das Set war noch originalverpackt und offenbar unbenutzt. Das konnte einfach nicht wahr sein. Als vorsichtiger Mensch dachte ich mir: „Ich werde doch hoffentlich nicht der erste Probant sein, an dem das Spielzeug getestet wird.“ Der Gedanke war noch nicht zu Ende gedacht, da hatte die Dame vom folternden Gewerbe schon die erste Strippe in der Hand und meinte: „Schau, originalverpackt. Das testen wir jetzt an Dir“. Merde! Dann wurde es auch noch dunkel. Eine Augenbinde aus Leder senkte sich auf mein Gesicht herab. Ruby wusste mit mir zu spielen. Es machte mich noch heißer, nicht zu wissen, was auf mich zukommen würde. Es raschelte, es knisterte und: Es ging wieder los. Mein Kompliment: Wenn es wirklich ihr erster Einsatz mit einem neuen Gerät war, hat diese Frau erstens großes Talent im Umgang mit Elektrogeräten und zweitens ein irres Gespür, was sie ihrem Delinquenten zumuten kann und was nicht. Es ging hart an die Grenze, aber niemals darüber. Der Spannungsbogen blieb erhalten.
UND DANN: Mittendrin, als die Hoden kraftvoll von Elektronen durchströmt wurden und die Eichel mittels einer übergestülpten Elektrode ordentlich unter Beschuss war, stand sie auf, ging zur Tür, öffnete diese und teilte mir mit, sie würde sich nun auf die Suche nach einer Kollegin machen, die sich dieses Schauspiel mal ansehen würde. Mein Kopfkino soff ab. Ich kann die Gedanken, die mich durchfuhren, in ihrer Geschwindigkeit und Abfolge gar nicht aufs Papier bringen. Da kommt jetzt eine, die dieses in Nylon gehüllte, an einem Möbel angebundene, zuckende Bündel vorfindet und lacht sich kaputt. Wie erniedrigend! Von Ferne irgendwelche Dialoge, die nicht zu verstehen waren. Es dauerte.
Just in diesen Augenblicken bekam ich ein Problem, mit dem ich absolut nicht gerechnet hatte: Das Zusammenspiel der Stromflüsse hatte inzwischen so einen Gleichklang, dass ich mich zunehmend schwerer tat, die Erregung zurück zu halten. Ohne jede Reibung und Bewegung. „Das darf doch nicht war sein“, dachte ich mir. „Ich sitze hier, kann gegen mein Schicksal überhaupt nichts unternehmen, ergieße mich unkontrolliert, und die Angelegenheit ist zu Ende, bevor es eigentlich losgeht.“ Megapeinlich. Es war ein irrer Kampf mit den Gewalten und der Schweiß ran mir nur so von der Stirn, als endlich Schritte zu vernehmen waren. Dann eine Stimme, die ich heute schon einmal gehört hatte. Lady Alexa X: „Wen haben wir denn da? So ganz in Nylons gehüllt? Das warst doch Du, vorhin an der Tür, oder?“. Sie nahm mir die Augenbinde ab und ich blickte in ein Gesicht, das mich schneller scannte als ein Detektor am Flughafen. Sie ging vor mir in die Hocke und lächelte mich an. Ein Griff zum Stromgerät, und die Eier glühten. Heftiges Lachen. Ich schwöre bei allem, was mir lieb und teuer ist: Der Kontakt zu mir war noch keine 30 Sekunden alt, und diese Frau wusste genau, wie ich ticke. Ich durfte sie in der Folge mehrmals flüchtig berühren, ihren außergewöhnlichen Dirty Talk genießen, sowie ihre beachtliche Körpergröße und ihre sportliche Silhouette bewundern, ehe sie mir mitteilte, sie würde sich nun wieder verabschieden. Alles Weitere läge allein in den Händen von Ruby. Ich war während dieser kurzen Sequenz derart belämmert, dass ich in der Nachbetrachtung nicht mehr weiß, wann Ruby dazu trat und ob die zwei kurze Zeit gemeinsam im Spiegelsaal waren. Alles verschwamm im Chaos meiner Eindrücke.
Wie auch immer: Ruby übernahm und wechselte das Gerät. Und das ging so: Fixiert am Andreaskreuz versah sie meinen Penis mit einem Band, knüpfte dieses an ein langes Seil und fixierte die Konstruktion am Bettpfosten in der Nähe. Nun bin ich von Natur aus nicht mit einem langen Organ ausgestattet, darf aber voller Stolz behaupten, in diesem Fall bei maximaler Dehnung 20 cm Spannweite überschritten zu haben. Es tat unglaublich weh. Besonders, als sich meine Domina immer und immer wieder mit voller Absicht und diebischer Freude am Seil vorbeiquetschte. Als ich losgemacht wurde, war mein Kreislauf am Ende und so geleitete sie mich fürsorglich aufs Bett, wo ich ein wenig verschnaufen durfte. Die Tirade weiterer, gemeiner Dehnspiele an Gemächt und Brustwarzen, eine gelungene Trinkpause mit einer deutlich wahrnehmbaren Kaffeenote und das obligatorische Ruby-Breathplay folgten, ehe sich meine Herrin daran machte, die Session abzurunden. Sie musste diesmal Schwerstarbeit verrichten, ehe es soweit war.
Jeder, der ernsthaft BDSM praktiziert, strebt nach einem Höhepunkt, der eine perfekte Symbiose aus Schmerz und Lust darstellt: Mann befindet sich in diesem Augenblick in einem Gefühlsrausch, der einen schier zerreißt. Diese Urgewalt, die sich im Körper ausbreitet, diese Wellen, die sich in diesen intensiven Momenten Bahn brechen, sie sind noch einmal umso heftiger, je dorniger und steiniger der Weg dorthin war. Ich weiß nicht, wie oft ich schon aus dem Studio bin, ohne dass mir dieses Glück zu Teil wurde. Daher bin ich Ruby unendlich dankbar, dass sie in dieser Session am Ende einfach nicht aufgehört hat, mich im wahrsten Sinne des Wortes zum Gipfel zu schubsen. Ihre Mörder-Massage-Pistole hämmerte so lange an meinen Schaft, bis sich die Schranken im Hirn lösten, die Barriere fiel und der Inhalt zu Tage trat. Und genau das passierte, was ich eben beschrieb:
Ich krampfte, ich weinte, ich wand mich.
Und was macht meine Göttin: Sie liegt einfach neben mir, schenkt mir ihre stille Anwesenheit, leiht mir ihre wohlgeformten, bestrumpften Beine, lässt mich ihre Füße liebkosen und hält dem Druck meiner Klammergriffe stand.
Ich versichere allen, die mit einer Begegnung mit Ruby liebäugeln: Wenn die Chemie stimmt – und ich hatte in einem früheren Kommentar schon einmal geschrieben, ‚Ruby ist speziell‘ – hat Mann eine BDSM-Künstlerin vor sich, die das letzte Hemd (oder in diesem Fall die letzte Bluse) dafür gibt, dass der Kunde die Hallen zufrieden und befriedigt verlässt.